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Lügen und Emotionen Im Laufe unseres Lebens entwickeln wir unterschiedliche Strategien, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Es gibt Methoden, die funktionieren, und andere die eher weniger geeignet sind. Das meiste ist in der Regel Erfahrungssache. Natürlich kann man hier und da auch spontan sein und spontan rea- gieren. Am besten ist eine gesunde Mischung. Menschen, die immer und ausschließlich spontan sind, gehören erfahrungsgemäß zu denen, die am schwersten zu ertragen sind. Bestimmt ist es Ihnen auch schon passiert, daß Sie einen wichtigen Gesprächstermin oder ein First Date vor sich hatten und dachten: „Ach, könnte ich nur wissen, was er/sie wirklich über mich denkt!“ In bestimmten Kreisen hat man zu diesem Zweck sogar spezielle Angestellte. Zum Beispiel ist beim Hofstaat der britischen Königin Elizabeth II. eine Hofdame beschäftigt, deren einzige Aufgabe es ist, „in den Gedanken Ihrer Majestät lesen zu können.“ Es geht hier kei- nesfalls darum, daß diese Frau eine Hellseherin oder Wahrsagerin sein müßte. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, anhand des Verhaltens, der Körpersprache, der Mimik, der Stimme etc. zu erkennen, was die Königin wirklich denkt oder fühlt (ohne daß ihr selbst das vielleicht bewußt ist), und sie dementsprechend diskret zu beraten. Wir möchten Ihnen eine solche Lebensstrategie auch vorschlagen, und dazu müssen Sie nicht einmal zu den „palast- und appartement- mäßigen Damen“ gehören, wie die Hofdamen einst am kaiserlichen Hof in Wien genannt wurden. Sie brauchen auch niemanden zu beraten – außer vielleicht sich selbst. Mikroausdrücke In der Kommunikation mit anderen Menschen ist es schließlich sehr wichtig, nicht nur die Worte zu hören, die gesprochen werden, son- dern auch zu erkennen, ob sie „echt“ sind oder was die wahren Ab- 197 sichten des Gesprächspartners sind. Jeder von uns kann das „Lesen der Gesichter“ erlernen, und das ist der erste Schritt, um unsere Mit- menschen besser einschätzen zu können. Es geht darum, „Mikroausdrücke“ zu erkennen. Wann immer ein Mensch versucht, eine Emotion bewußt zu ver- bergen (oder unbewußt zu unterdrücken), kommt es auf seinem Gesicht zu unwillkürlichen Muskelzuckungen, die als Mikroaus- drücke bezeichnet werden. Solche Muskelzuckungen können sehr kurz sein, sie dauern oft nur 1/25 bis 1/15 Sekunde. Das führt dazu, daß diese winzigen Gefühlsregungen der Aufmerksamkeit der meisten Menschen entgehen. Man kann es aber üben, darauf zu achten. Es gibt sieben Grundemotionen, die allen menschlichen Kulturen gemeinsam sind und deren mimischer Ausdruck weltweit von allen Völkern verstanden wird. In den nun folgenden Beispielen zeigen die einzelnen Personen diese sieben Gefühlstypen in ihren Gesich- tern relativ offen. Die gleiche Mimik kann aber auch als ultrakurzer Mikroausdruck auftreten – dann steckt ein verborgenes Gefühl dahinter. Freude Obwohl viele Kabaret- tisten das Gegenteil behaupten, zeigt dieses Bild, daß Angela Mer- kel sich durchaus freu- en kann. Woran erkennt man das? Ihre Stirn und Augenbrauen sind ent- spannt. In den Augen- winkeln bilden sich Lachfältchen, die Wan- Abb. 19 gen sind angehoben, die Mundwinkel nach oben gezogen. 198 Abb. 20 Überraschung Hillary Clinton mußte, wie wir alle wissen, in ihrem Leben etliche unangenehme Überraschungen erfahren. Hier sehen wir sie aber einmal positiv überrascht. Ihre Augenbrauen sind hochgezogen, die Augen weit aufgerissen, der Mund geöffnet, die Wangen ent- spannt. Abb. 21 Angst Hätten Sie gedacht, daß auch Dick Cheney Angst haben kann? Die meisten von uns hatten doch wohl eher Angst vor ihm. Dieses Foto des früheren US- Vizepräsidenten ist berühmt geworden, denn hier zeigt er tatsächlich Angst. Die Oberlider der Augen sind weit nach oben gezogen, die Unterlider ange- spannt, die Augenbrauen angehoben und zusammengezogen, der Mund geöffnet, die Lippen seitlich auseinandergezogen. Zorn Tja, da regiert m

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