• Document: Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht Didaktik und Methodik im Bereich Deutsch als Fremdsprache
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Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht Didaktik und Methodik im Bereich Deutsch als Fremdsprache ISSN 1205-6545 Jahrgang 17, Nummer 1 (April 2012) Das Rätsel von SVO beim Erlernen des Deutschen - Warum ist SVO so leicht, SOV dagegen so schwer produzierbar? Mi-Young Lee Department of German Education Hankuk University of Foreign Studies 107, Imun-ro, Dongdaemun-gu Seoul, 130-791 South Korea Email: lee_miyoung@yahoo.com Abstract. Der Erwerb der deutschen Wortstellungsregeln ist eines der besonders intensiv erforschten Themen. In diesem Artikel sollen zunächst die Grenzen der in der Forschung diskutierten Erklärungsansätze (Erwerbssequenzen einerseits, Transfer anderer- seits) gezeigt und anschließend ein psycholinguistisches Konzept „Entstehung eines morphosyntaktischen Spannungsfelds“ zur Erklärung der mit Wortstellungen verbundenen Produktionsschwierigkeiten beim Erlernen des Deutschen vorgestellt werden. Ferner werden Zusammenhänge zwischen Morphosyntax und Prosodie sowie deren Nutzungsmöglichkeiten zur Vermittlung der als besonders schwierig geltenden Nebensatzstruktur für DaF-Lernende aufgezeigt. The acquisition of word order in German is one of the most intensively researched areas in second language acquisition studies. This article will begin by showing the limits of explanatory approaches discussed in the current research (developmental se- quences on one hand, transfer on the other), and finally, a new psycholinguistic concept ‘the emergence of morphosyntactic conflicts’ will be introduced as an explanation for the production difficulties connected with word placement that are experienced by learners of German. Furthermore, the connection between morphosyntax and prosody will be shown as well as possibilities for their use in the teaching of subordinate clause structure, which proves to be difficult for learners of German to acquire. Schlagwörter: Wortstellung, Erwerbssequenzen, Transfer, Deutsch als Fremdsprache 1. Einleitung Für DaF-Lernende scheinen die Wortstellungsregeln im Deutschen ein besonders leidiges und mit großen Lern- schwierigkeiten assoziiertes Thema zu sein. In Kommunikationssituationen fühlen sich DaF-Lernende anscheinend ständig vor die Frage gestellt, wohin sie das Verb stellen müssen. Wenn die Sprache verschiedene Wortstellungen kennt, von denen aber bei einer konkreten Sprachverwendung nur eine einzige richtig ist, fällt die Entscheidung besonders schwer. Genau vor diese Situation sehen sich DaF-Lernende im Falle der deutschen Wortstellungsregeln oftmals gestellt. Besonders schwierige Entscheidungen im Produktionsprozess erleben DaF-Lernende offenbar im Falle der Nebensätze. Eine Lernerin äußerte in einem Interview mir gegenüber: „[Nebensätze beim Sprechen sind] ganz kompliziert, weil ich erinnere mich nie, wo muss ich Verben stellen, am Anfang oder am Ende. Das ist am schwierigste, wenn ich spreche.“ Selbst in dieser Äußerung kann man die Qual der Wahl um die Verbstellung, die sie offenbar in ihrem Produktionsprozess erlebt haben muss, nachfühlen. Die Frage ist nun: Kann man den DaF-Lernenden die korrekte Verwendung von Wortstellungsregeln durch didakti- sche Maßnahmen erleichtern? In der vorliegenden Studie soll auf der Grundlage der Studie von Lee (2010) genau 76 diesen didaktischen Steuerungsmöglichkeiten bei der Vermittlung von Nebensätzen nachgegangen werden. Hierfür wird zunächst auf die Aspekte des Erwerbs bzw. der Produktion der deutschen Wortstellungsregeln bei Deutsch- Lernenden im Hinblick auf Erwerbssequenzen, Transfer und Alter der Lernenden eingegangen und anschließend versucht, die Gründe für die Erwerbs- bzw. Produktionsschwierigkeiten zu ermitteln. Auf dieser Grundlage wird in einem weiteren Schritt ein didaktisches Konzept zur Vermittlung der als am schwierigsten geltenden Nebensatz- wortstellung vorgestellt. 2. Aspekte des Erwerbs von deutschen Wortstellungsregeln 2.1. Erwerbssequenzen Die L2-Erwerbsforschung, die sich seit den 80er Jahren intensiv mit den deutschen Wortstellungsregeln befasst hat, zeigt, dass diese Regeln von den Lernenden in einer bestimmten festgelegten Reihenfolge, wie in Abbildung 1, produziert und beherrscht werden (Clahsen, Meisel & Pienemann 1983; Pienemann 1984, 1987): Stufe I: SVO (Subjekt-Verb-Objekt) Ich gehe morgen ins Kino. Stufe II: ADVERB-VORN * Morgen ich gehe ins Kino. Stufe III: KLAMMER (Trennung von finiten und infiniten Teilen des Prädikats) Ich bin gestern ins Kino gegangen. Stufe IV: INVERSION (Verb-Subjekt) Morgen gehe ich ins Kino. Stufe V: V-ENDE (Endste

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