• Document: MPTCP. Multipath TCP MPTCP. Autor: Prof. Dr.-Ing. Anatol Badach
  • Size: 372.89 KB
  • Uploaded: 2019-04-16 08:56:29
  • Status: Successfully converted


Some snippets from your converted document:

M ► MPTCP MPTCP Multipath TCP Autor: Prof. Dr.-Ing. Mobile Endgeräte und tragbare Rechner wie Smartphones, Tablets Anatol Badach und Laptops werden zwecks des Zugangs zum Internet immer häufi- ger mit zwei Interfaces ausgestattet. Insbesondere Smartphones und Tablets haben oft ein Interface für den Zugang über ein WLAN1 und ein anderes für den Zugang über das Mobilfunknetz UMTS2 bzw. über das Netz der nächsten Generation LTE3. Server in Datacentern werden schon seit Langem über zwei Ethernet-Interfaces mit dem restlichen Netzwerk verbunden. Demzufolge sollte die Möglichkeit bestehen, dass alle mit mehreren Interfaces ausgestatteten sowohl mobilen Endgeräte/Rechner als auch stationären Rechner/Server Daten bei Bedarf gleichzeitig – de facto parallel – über alle ihre Interfaces senden und empfangen können. Um so etwas verwirkli- Auszug aus dem chen zu können, ist allerdings ein spezielles Transportprotokoll Werk: nötig, nach dem vor allem Rechner mit mehreren Interfaces Daten parallel über mehrere Datenpfade (sog. Paths) gleichzeitig übermit- teln können. Das Protokoll Multipath TCP (MPTCP) soll dies, also „Multipathing über Internet“, ermöglichen. MPTCP beschreibt ein Konzept, nach dem das klassische verbin- dungsorientierte Transmission Control Protocol (TCP) um die Funk- tionalität Multipathing, d.h. um die Fähigkeit, Daten über parallele Paths transportieren zu können, erweitert wird. Zwei Rechner kön- nen mit MPTCP untereinander eine virtuelle MPTCP-Verbindung (MPTCP Connection) einrichten. Diese wird aus mehreren, über verschiedene Paths verlaufenden, als Subflows bezeichneten TCP- Herausgeber: Subverbindungen gebildet. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass Heinz Schulte die Anzahl paralleler Subflows einer Verkehrsbeziehung sich sogar während einer bestehenden MPTCP-Verbindung ändern kann, ein WEKA-Verlag Subflow also dynamisch hinzugefügt oder entfernt werden kann. ISBN 978-3-8276- Durch diese Möglichkeiten lässt sich eine enorme Verbesserung der 9142-2 Effizienz von Kommunikation über das Internet erreichen, insbe- sondere beim Transport von Daten zwischen Webbrowsern und 1 Wireless Local Area Network 2 Universal Mobile Telecommunications System 3 Long Term Evolution 1 M ► MPTCP -servern, also bei verschiedenen Webanwendungen sowie bei ande- ren verbindungsorientierten Applikationen wie E-Mail oder File Transfer. Da einzelne Subflows einer MPTCP-Verbindung jeweils zwischen zwei Sockets, d.h. zwischen Paaren (IP4-Adresse, Port), verlaufen, kann auch ein Rechner mit nur einem physikalischen Interface, z.B. mit nur einer Ethernet-Adapterkarte, de facto mit einer MAC5- Adresse und folglich auch mit einer IP-Adresse, MPTCP-fähig sein. Ein populärer Webserver mit nur einer IP-Adresse könnte demzufol- ge MPTCP-fähig sein, denn die einzelnen Subflows können bei einer IP-Adresse durch verschiedene Ports adressiert werden (vgl. Bild 006455b). Falls eine virtuelle MPTCP-Verbindung zu einem Server führt, der mit nur einem z.B. 10GE6 Interface ausgestattetet ist, aber die beiden Internetprotokolle IPv4 und IPv6 unterstützt, könnte eine MPTCP-Verbindung sogar aus einem Subflow mit IPv4 und einem Subflow mit IPv6 bestehen. Die eben erwähnten Mög- lichkeiten unterstreichen die große Bedeutung von MPTCP. Das Protokoll MPTCP wurde so konzipiert, dass es für die Anwen- dungen (u.a. Webbrowser, E-Mail-Programme), welche das klassi- sche Protokoll TCP nutzen, nicht sichtbar ist. Das bedeutet, sie „merken“ nicht, dass sie, um den Aufbau einer TCP-Verbindung zu initiieren, statt auf das TCP auf MPTCP zugreifen. Die Transport- schicht mit MPTCP wirkt bei ihnen, als ob es sich um eine Trans- portschicht mit TCP handelte. MPTCP ist abwärtskompatibel zu TCP, und zwar im folgenden Sinne: Ein Rechner mit MPTCP ist auch in der Lage, mit jedem anderen Rechner mit nur TCP Daten untereinander zu übermitteln; der Datenaustausch erfolgt in diesem Fall aber nur über eine klassische TCP-Verbindung und MPTCP „verhält sich“ dann wie das „normale“ TCP. MPTCP ka

Recently converted files (publicly available):